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Talk in der Rosenau - ein bisschen Stoff, ein wenig Bauch und viel frecher Witz

Zu Gast im "Talk" im KWA Parkstift Rosenau waren der weltbekannte Schweizer Bauchredner Kliby und seine vorwitzige Eselspuppe Caroline.

Konstanz, 14. April 2018. - "Kliby und Caroline", wer könnte dieser "Schweizer Edelmischung" widerstehen? Wie die Schweizer Schokolade sind auch sie weltbekannt - aber nicht, weil sie süß wären, sondern vor allem kess, fröhlich und frech. Seit 44 Jahren wird das kongeniale Paar von Klibys Frau Ruth diskret im Hintergrund begleitet. "Auf der Bühne im Duett, aber im wahren Leben immer ein Trio", so Kliby. 

Stiftsdirektor Herbert Schlecht leitet den "Talk in der Rosenau" stilecht in Mundart ein. "Unsere Gäscht‘ täten scho‘ gern erfahren, wie ein Bauchredner das so macht, selbst mit dem Mund zu sprechen, aber Caroline das 'Stimmle' aus seinem Bauch zu leihen.“ Und fügt schmunzelnd hinzu: "Also wenn mein Bauch anfängt, Geräusche zu machen …" Der Rest des Satzes geht im Gelächter des Saales unter.

Stoffesel Caroline zappelt schon unruhig auf Klibys Arm. Der möchte von der Kleinen wissen, wie man seine Gäste freundlich begrüßt. "Grüß Gott!" – "Sehr schön und was sagt man beim Abschied?" – "Gott sei Dank!" Die Kleine nimmt jetzt Fahrt auf. Sie könne auch dichten und habe ein Oster-Gedicht verfasst: "Ist es Ostern schön und warm, kommt die Verwandtschaft und frisst Dich arm!" Kliby: "Kannst du auch ein Gedicht zu Pfingsten?" – „‘Ischt‘ es Pfingsten schön und heiter – kommt se wieder und frisst weiter!"

Wenn Caroline Oberwasser hat, ist nicht einmal ein Stiftsdirektor vor ihr sicher: "Ist der Fisch flach wie ein Teller – war der Schlecht mal wieder schneller!" Mit diesen Worten wird die Eselspuppe hinter den Stuhl ihres väterlichen Beschützers und Bauchstimmen-Lieferanten zur Ruhe gelegt. Moderator Stephan Schmutz sieht nach diesem humorvollen Beginne nur die Chance für ein ernsthafteres Gespräch mit dem Bauchredner gekommen.

Das Geheimnis des Bauchredens

“Kliby und Caroline, wir kennen euch seit vielen Jahren aus Radio und Fernsehen. Kannst du uns allen ein wenig vom Geheimnis des Bauchredens verraten?“ Als Bauchredner werde man nicht geboren, so Kliby. Bei seiner Musterung beim Schweizer Militär fiel vielmehr auf, dass er "eine falsche Atemtechnik" hatte. Statt beim Sprechen auszuatmen, zog er dabei die Luft ein. Ein Bekannter brachte ihn dann auf die Idee, es doch einmal mit Bauchreden zu versuchen und schenkte ihm ein Buch über die Technik und die Welt des Bauchredens. Das war der Anfang seiner Leidenschaft. Neben dem Beruf beim Schweizer Zoll in Konstanz und als Beamter am Schweizer Bahnschalter in Kreuzlingen galt in der Freizeit dann zum Aufbau der Bauchrednerkarriere vor allem folgende Parole: "Üben, Üben und Dranbleiben." Daran hat er sich gehalten. 

Von der Ente zum Esel - und zum Erfolg

Bei seinen ersten Auftritten als Amateur auf Betriebsfeiern, Partys und in Festzelten im Thurgau begleitete ihn noch die traditionelle und wenig originelle Ente, die damals fast jeder Bauchredner dabei hatte. Dann entdeckte er zusammen mit seiner Frau in einer Schweizer Stoff-Boutique das Muster eines kleinen Esels - die "Ur-Caroline", die sein Alleinstellungsmerkmal werden sollte. Seine Frau Ruth designte und nähte die Puppe dann als "seine Caroline". Kliby berichtet, dass Caroline zwei Schwestern hat, eine ist auf Tourneen immer dabei, die zweite ruht sicher in einem Schweizer Schließfach.

Wie er dann später den Sprung auf die großen Show-Bühnen in der Schweiz, im deutschsprachigen Raum und international bis nach Japan geschafft hat, möchte Stephan Schmutz wissen. Dazu fallen Kliby einige große TV-Sendungen ein, in denen er mit Caroline auftrat: "Verstehen Sie Spaß?", "Wetten, dass ...?", der "Musikantenstadl" und der "Grand Prix der Volksmusik". Sein Entdecker, Förderer und kritischer aber stets wohlmeinender Begleiter war lange Zeit der legendäre und unvergessene Kurt Felix. Später erfuhr Kliby mit Caroline auch Frank Elstners Wertschätzung. 

Erst hatte sich Kliby gegen die "Schnapsidee" gewehrt, ein Lied auf Schallplatte zu veröffentlichen, diese wurde aber ein Riesenerfolg. Kliby ist sich sicher, dass man als Künstler auf dem Weg zum Erfolg neben dem Können stets auch eine gehörige Portion Glück braucht.

44 Jahre Bühnenerfahrung, weit mehr als eine Million verkaufter Tonträger und zahlreiche Auszeichnungen sind die Marksteine seines langen Karriereweges. Moderator Schmutz möchte von Kliby wissen, ob er diesen Weg noch einmal gehen würde? "Nun, die ganz große Zeit der Bauchredner ist wohl vorbei. Sowohl die Zuschauer als auch die Unterhaltungsformate in Funk und Fernsehen haben sich verändert. Aber es bleiben Nischen, die auch den Unterhaltungskünstlern meines Faches immer wieder Chancen eröffnen", erwidert Kliby fast schon philosophisch.

Gesundheitliche Rückschläge, die er dank seiner Frau und ärztlicher Betreuung überwinden konnte, lassen den Bauchredner beruflich seit einiger Zeit kürzer treten. Er nimmt heute mit Rücksicht auf seine große Familie und seine Gesundheit nur noch "zeitlich wohl dosierte" Engagements an, hat aber immer noch ein große Freude an dem, was er mehr als vierzig Jahre lang als seine Lebensaufgabe angesehen hat.

Moderator Schmutz beschließt den "Talk" mit einem klugen Zitat von Klibys und Carolines Homepage: "Das Geheimnis seines Erfolgs liegt wohl darin, dass er sich immer noch auf jeden Auftritt freut wie ein kleines Kind und den Kontakt zu seinem Publikum schätzt und liebt!" Dem möchten weder Kliby noch die sonst so vorwitzige Caroline etwas hinzufügen.

Giselher Sommer


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