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Die Reise einer Malerin an der Seite eines Diplomaten

Unsere Reise beginnt im Jahr 1921 in Bad Hersfeld, dort ist Eleonore Middelmann geboren. Sie wächst auch in Hessen auf, in Korbach. Bereits als Fünfjährige fängt sie an zu zeichnen, versucht schon, ihren Vater zu porträtieren. Das ist der Anfang ihrer Liebe zum Zeichnen und Malen.

Um ihre zweite Liebe vorzustellen, schreiten wir weiter auf unserer Reise. Im Jahr 1944 lernt sie Helmut Middelmann kennen, er arbeitet als Dolmetscher. Ein Jahr später heiraten sie und ein spannendes Leben beginnt. Ihr Mann wird Diplomat, nimmt sie mit nach Chile, wo sie von 1952 bis 1954 bleiben. „Meinen ersten Tango habe ich mit dem Präsidenten von Chile getanzt“, erinnert sich Eleonore Middelmann – Präsident ist zu dieser Zeit Carlos Ibáñez del Campo. Sie und ihr Mann entdecken ihre Leidenschaft fürs Tanzen. Noch 50 Jahre später tanzen sie gerne zusammen, und sie
machen es immer noch so gut, dass sie von ihren Mitbewohnern im KWA Parkstift Aeskulap dafür bewundert werden. Als ihr Mann 101 ist, tanzen sie zum letzten Mal gemeinsam Tango.

Doch zurück nach Lateinamerika: Auf Bällen und bei Empfängen unter hält sich Eleonore Middelmann mit bedeutenden Persönlichkeiten, in ihrer Freizeit zeichnet und malt sie Bilder vom Land und seinen Menschen. In Chile lernt sie Spanisch. Das braucht sie dann auch bei ihrer nächsten Station: Mexiko. Durch den diplomatischen Dienst ihres Mannes begegnet sie auch hier dem Präsidenten – Adolfo
Ruiz Cortines. Das Ehepaar lernt auf seiner Reise auch andere wichtige Personen kennen, so zum Beispiel den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg Kurt Georg Kiesinger, dieses Mal in Mexiko, im Jahr 1958. Kiesinger wird im Jahr 1966 deutscher Bundeskanzler.

Eleonore und Helmut Middelmann haben inzwischen zwei Kinder, sie kommen in Mexiko in die Schule. Nach fünf Jahren geht die Reise nochmals weiter, nach Rio de Janeiro. Hier wird Portugiesisch gesprochen. Auch diese Sprache lernt sie. „Aber das ist dem Spanischen so ähnlich, dass ich immer alles vermischt habe, das ist noch heute so“, berichtet Eleonore Middelmann. Vom Strand in Rio und  von der Kultur des Landes ist sie begeistert, und auch vom Karneval – die ganze Familie trägt Kostüme und feiert mit. Nach vier Jahren Rio kehrt das Ehepaar nach Deutschland zurück, der diplomatische Dienst geht nun vom Standort Bad Godesberg weiter. Durch den Beruf ihres Mannes sind sie in der ganzen Welt unterwegs. Dabei muss Eleonore Middelmann auch dem kongolesischen Diktator Mobutu die Hand schütteln, obwohl sie das nicht gerne tut. Doch sie lernt auch viele angenehme Menschen kennen und wunderschöne Städte wie zum Beispiel Venedig.

Nach dieser langen und spannenden Reise genießt das Ehepaar den Ruhestand und findet schließlich im Dezember 1987 mit dem Einzug ins KWA Parkstift Aeskulap in Bad Nauheim ein neues Zuhause. Hier kann Eleonore Middelmann sich nun auch wieder ihrer ersten Liebe widmen: dem Zeichnen und Malen. – Ihre Bilder haben viele Menschen so beeindruckt, dass sie gebeten wurde, sie in einer Ausstellung zu zeigen. Diese war im September 2016 und fand großen Anklang.

Erschienen in alternovum. Das KWA Journal | 3/2016
Autorin: María de Benito García de Parada

Online+ Ein Album mit Zeichnungen und Gemälden von Eleonore Middelmann finden Sie auf alternovum.de, ebenso Fotografien zu ihrem Leben


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