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Schätze der Neuzeit: im Literarischen Salon

Seit zwei Jahren gibt es im KWA Stift am Parksee eine besondere Veranstaltung: den Literarischen Salon. Bewohner Martin Cremer hat ihn initiiert. Er wählt den Lesestoff aus und trägt ihn selbst vor. So können interessierte Bewohner und Gäste einmal im Monat gemeinsam anspruchsvolle Literatur auf sich wirken lassen. Der Zuspruch wächst – wohl auch, weil Martin Cremer kenntnisreich in die Werke einführt.

Nach dem Studium der Philosophie und Theologie war Martin Cremer bis zu seinem Ruhestand Lektor in einem angesehenen Münchener Verlag – sein Traumberuf, sagt er. Er fühlte und fühlt sich dem Wort, der Sprache verpflichtet und bekennt: „Seit meiner Jugend gilt der Literatur meine besondere Zuneigung. So ist es mir ein Anliegen, aus dem unerschöpflichen Brunnen großer Literatur und Poesie interessierten Mitbewohnern wertvolle Texte nahezubringen beziehungsweise Erinnertes wieder lebendig werden zu lassen. Denn was ist eigentlich Literatur anderes als der vollendete versprachlichte Ausdruck des Lebens?

Als solche ist sie eine tiefe Quelle für unsere Menschlichkeit, auch für unser kritisches Bewusstsein. Darum ist jeder willkommen, der Freude hat am Wort – an Geist und Poesie.“ Martin Cremer wählt eine Erzählung, einen Essay, Briefe, ein Tagebuch oder ein Kapitel eines bedeutenden Romans aus, von denen er annimmt, dass sich die Zuhörer für die Thematik interessieren könnten. Seine Überzeugung: „Ein gut vorgetragener Text kann vorzügliche Unterhaltung bieten; er kann zur inhaltlichen Auseinandersetzung oder zum Nachdenken führen; er kann Gesprächsmöglichkeiten
eröffnen; er sollte unserem Leben Farbe geben, vor allem Freude und Zuversicht schenken.“

Wie verläuft eine Lesung? Normalerweise beginnt sie mit einem kurzen Musikstück, ehe Martin Cremer impulshaft in das Thema einführt und den Autor vorstellt. Erst dann beginnt die eigentliche Lesung. Nach deren Schluss wird ein passender Musiksatz gespielt, zur Vertiefung des Gehörten.
Mit dem „Gedicht des Monats“ klingt der Literarische Salon aus. Denn zum „Brunnen des Wortes“ gehört auch die Poesie: „Sie kann unser Herz ergreifen oder erschauern oder trösten oder beflügeln ...“ – wie etwa dieses Gedicht von Hilde Domin:

„Das Gefieder
der Sprache streicheln
Worte sind Vögel
mit ihnen
davonfliegen“

Erschienen in alternovum. Das KWA Journal | 2/2016


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