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Pflegestammtisch der Arbeitsgemeinschaft 'Heimleiter Passauer Land': "Das Image der Pflege muss aufpoliert werden"

Die CSU-Abgeordneten Walter Taubeneder und Dr. Gerhard Waschler im Gespräch mit der Arbeitsgemeinschaft „Heimleiter Passauer Land“ . Der Pflegestammtisch mit knapp 20 Vertretern der Pflegebranche aus der gesamten Region traf sich zum intensiven Austausch.

Bad Griesbach, Juli 2016. - Es sollen ein andauernder Austausch und kurze Informationswege sein, die die CSU-Abgeordneten Walter Taubeneder und Dr. Gerhard Waschler zur Arbeitsgemeinschaft „Heimleiter Passauer Land“ pflegen möchten. „Die Altenpflege im Passauer Land muss ein Thema bleiben. Wir müssen wissen, wo der Schuh drückt, um handlungsfähig zu bleiben. Es gilt, die Anliegen aus der Region aufzunehmen, um diese dann auch landespolitisch einbringen zu können“, erklärt MdL Taubeneder bei dem bereits zweiten Treffen mit knapp 20 Vertretern der Pflegebranche aus der gesamten Region. Der Kontakt zur Basis sei wesentlich für die Arbeit der Abgeordneten, vor allem auch vor dem Hintergrund der hohen Bedeutsamkeit des Themenkomplexes Pflege. „Wir alle werden nicht jünger – die Pflegebranche ist und bleibt stets im Fokus unserer Arbeit, denn sie ist unser aller Zukunft“, betont auch MdL Waschler.

Die Agenda der Heimleiter war lang: Unter anderem wurde bei dem intensiven Austausch erneut auf die sogenannte Fachkraftquote von 50 Prozent eingegangen – diese sei für die einzelnen Häuser kaum noch zu erfüllen. „Gerade in Zeiten, in denen uns der Nachwuchs fehlt, haben wir kaum noch Chancen die Quote zu erfüllen“, gibt Willi Maier, Hausleiter des Seniorenzentrums Maier in Rotthalmünster, zu bedenken. Man müsse weg von einer  Akademisierung der Branche und wieder der beruflichen Bildung den Rücken stärken, so Maier weiter. „Der Wahn nach Fachkräften bringt uns in der Pflege nicht weiter, schließlich muss am Ende auch noch jemand über bleiben, der das Handwerk erledigt – und das sind letztlich nicht unbedingt die Fachkräfte“, ergänzt auch Michael Hisch, Hausleiter im Bad Griesbacher KWA Pflegestift sowie Verwaltungsleiter in der KWA Klinik Stift Rottal. „Wir haben ein anderes Problem: Durch die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften gehen uns die Helfer an der Basis verloren“, wirft auch Sabine Rottbauer, Hausleiterin im Azurit Pflegezentrum Bad Höhenstadt ein. Wie man es auch drehe und wende, letztlich fehle es an Personal und die stetig neuen Regelungen seien immer schwerer einzuhalten.

Für die Politik ginge es weniger um eine Akademisierung als um Qualität: „An oberster Stelle steht der hohe Qualitätsstandard in der Pflege und daran dürfen wir in keinem Fall rütteln – der muss gewährleistet bleiben“, so MdL Taubeneder, der damit nochmals verdeutlicht, dass  an der Fachkraftquote festgehalten werde.

Die Zukunft der Ausbildung treibt jedoch sowohl Politikern, als auch den Pflegevertretern Sorgenfalten ins Gesicht. „Weniger Schüler bedeuten weniger Azubis und das wirkt sich natürlich auch auf die Pflege aus“, so Michael Hisch. „Uns ist bewusst, dass der anhaltende demografische Wandel die Situation weiter verschärft und daher arbeiten wir bereits an Lösungen“, betont MdL Waschler. Im Gespräch seien beispielsweise eine Art Ausbildungsfonds, der im Bereich der Nachqualifizierung greifen könne; aber auch duale Systeme, die eine Ausbildung deutlich attraktiver gestalten könnten, werden diskutiert. „Klar ist, dass das Image der Branche aufpoliert werden muss und junge Menschen für die Pflege wieder begeistert werden müssen“, sind sich die Gesprächspartner einig.

Deutlich kritischer wird jedoch die Einführung der geplanten "generalistischen" Ausbildung gesehen. „Auf der einen Seite werden natürlich zur Recht die Fachkräfte verlangt, dann soll jedoch eine generalisierte Ausbildung kommen, die wiederum Kinder-, Kranken- und Altenpflege vereinen soll – das kann nicht gutgehen“, merkt Werner Hartl, Pflegedienstleiter der Asklepiosklinik Aidenbach ein. „Wir schaffen uns praktisch selbst ab“, kritisiert auch Ulrich Becker-Wirkert, Hausleiter im Azurit Pflegezentrum Fürstenzell die geplante Einführung einer generalistischen Ausbildung. Die Inhalte der Altenpflege dürfe man sich in keinem Fall wegnehmen lassen. „Wir haben uns in Deutschland einen hohen Ausbildungs- und Qualitätsstandard in der Pflege erarbeitet, von dem andere Länder nur träumen können – und jetzt würden wir diesen einfach über den Haufen werfen“, so Becker-Wirkert weiter. Es müsse ein anderer Weg gefunden werden, um das Berufsbild wieder "schmackhaft" zu machen.

Neben der Nachwuchssituation im Pflegebereich wurde außerdem die Sicherstellung der haus- und fachärztlichen Versorgung im ländlichen Raum diskutiert. Diese gehöre laut den Abgeordneten zu den größten gesundheitspolitischen Herausforderungen der Bundes- und Landespolitik. „Ein Nachwuchsmangel zeichnet sich auch hier ganz deutlich ab. Es gilt hier ganz klar, das Versorgungsniveau zu sichern und ebenfalls Anreize für junge Ärzte und Ärztinnen auf dem Land zu schaffen“, betont MdL Taubeneder in diesem Zusammenhang. Der Freistaat investiere daher auch in ein Programm zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum.

„Pflege geht uns alle an - ein wahres Zukunftsthema. Und uns allen liegt im Sinne der Patienten am Herzen, dass unser hoher Qualitätsstandard nicht verloren geht“, sind sich die Gesprächspartner schließlich einig.


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