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38. Talk in der Rosenau

Alles hat seine Zeit! Stephan Schmutz im Gespräch mit Oberbürgermeister Uli Burchardt und Professor Dr. Ulrich Rüdiger, Rektor der Universität Konstanz.

Konstanz, den 7. Juni 2016. - Es stimmt: Alles hat seine Zeit. – „Was für eine glückliche Fügung“, so Stiftsdirektor Herbert Schlecht bei der Begrüßung und Vorstellung des neuen Moderators, Stephan Schmutz, im prall gefüllten Festsaal der Konstanzer Rosenau, „dass du unseren Talk in der Rosenau weiterführen wirst. Wir wissen, dass auch du Monique Würtz gekannt und geschätzt hast. Wir sind sicher, dass deine Mitwirkung auch im Sinne unserer unvergessenen Monique sein wird.“

"I glaub’, unser Gäscht wollet jetzt e’ bissele was von dir – einem Konstanzer Urgestein -  und dem Journalistischen in deinem Leben höret."

Der „so Angesprochene“ wehrt verschmitzt ab, ein Urgestein sei er nicht, aber ein „richtiger Konschdanzer, der sich dees au’ traut!“ Bloß Hochdeutsch – und da kokettiert er mit dem bekannten Werbeslogan des Ländles – des ka er nit. Den Journalismus habe er bei der „Neckarquelle“, einer Regionalzeitung, die heute zur Südwestpresse gehört, in Schwenningen am Rande der Baar „gelernt“, weiter über Mannheim sei er in die Hauptstadt des Rechts, nach Karlsruhe, zu den Badischen Neuesten Nachrichten gekommen, dann – nach fast zehn Jahren sei er - nach Stationen als Pressesprecher – zum Medium Fernsehen gewechselt; gerne erinnere er sich an die gemeinsame Zeit mit dem Kollegen Claus Kleber, der beim Fernsehen „wie Sie alle wissen“ geblieben sei; während er seiner Neigung folgend „Radiomann“ geworden sei und aus dem Konstanzer SWR-Büro über die Region Bodensee, den Hegau und aus der Schweiz berichtet habe. Jetzt sei er frei, neugierig und freue sich. Das alles erzählt „der Neue” in allerschönstem Hochdeutsch!


Inzwischen sind die beiden prominenten Talk-Gäste eingetroffen und nehmen links und rechts neben Stephan Schmutz auf der Bühne Platz. Welchen der beiden Gäste stellt man zuerst vor? – Den Rektor der Konstanzer Universität, Professor Dr. Ulrich Rüdiger? Oder den Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt?

Eins zu Null für den Rundfunkprofi: „Sie beide unseren Gästen im Saal vorstellen zu wollen, das wäre ja fascht wie Tauben auf den Konstanzer Münschterplatz zu tragen!“

Und er wendet sich Uli Burchardt zu: „Gerade war ein Foto von Ihnen im Südkurier, das sicher viele unserer Gäste gesehen haben." – Ja, er sei bei einer Ausstellungseröffnung gewesen. Fotos aus fünfzig Jahren Universität in Konstanz. Er sei sehr berührt gewesen von den alten Aufnahmen. Als Kind habe er oft den Vater, der bei der Universität gearbeitet habe, auf den neuen Campus oben am Gießberg begleitet. Es sei beeindruckend, was aus einer Universität geworden sei, die einmal für etwa 3.000 Studenten konzipiert war und inzwischen nahezu 12.000 Studenten habe. Heute sei Konstanz „Konzil- und Universitätsstadt"; Stadt und Bürger seien stolz auf das Geleistete. Der Rektor erinnert an das Jahr 1966 - bevor auf dem Gießberg oberhalb der Stadt die Bagger anrollten, fanden die ersten Vorlesungen noch im heutigen Gebäude des Konstanzer Inselhotels statt. Links die improvisierte Uni und rechts der Hotelbetrieb. In einem Turm des heutigen Hotel-Gebäudes sei vor 600 Jahren zur Zeit des Konstanzer Konzils Johannes Huss inhaftiert gewesen.

„Ihr Hinweis“, so Schmutz, „auf Johannes Huss führt zu einem Slogan, den man hin und wieder hören oder lesen kann und der in etwa so lautet: „Konstanz, wo Innovation und Tradition sich treffen!“ - Der Oberbürgermeister: „Gerade ist Halbzeit im Zyklus der auf fünf Jahre geplanten Konzilsfeierlichkeiten in der Stadt. Wer hätte je gedacht, dass die vor zwanzig Jahren so heftig umstrittene Imperia an der Einfahrt zum Konstanzer Hafen die Symbolfigur für die Konzils-Feierlichkeiten des Jahres 2016 werden könnte und damit den vielen hundert „heimlichen Hübscherinnen“ in den Tagen des Konzils ein Denkmal setzen würde? – Dann macht er einen Gedankensprung von der Vergangenheit in die nüchterne Zukunft: Ihm sei wichtig, auch auf eine Studie der Universität hinzuweisen, die – mehrfach aktualisiert – immer wieder bestätige, dass etwa achtzig Prozent aller in Konstanz lebenden Menschen mit ihrer Stadt und der Lebensqualität in ihren Mauern zufrieden seien.

Und weil die Universität seit vielen Jahren zur internationalen Spitze zählt, sei ihm und den Gremien der Stadt bewusst, dass Konstanz nicht nur für die Menschen, auch für seine Uni ein zuverlässiger Dienstleistungspartner bleiben muss, „dies ist Teil unseres Konstanzer Selbstverständnisses.“

Der Professor ergänzt: Die Universität sei stolz, im Ranking der weltbesten Universitäten, die in den letzten fünfzig Jahren gegründet worden seien, an siebter Stelle zu stehen und in Deutschland sogar den ersten Platz einzunehmen. Seit 2006 wird die Universität auf dem Konstanzer Gießberg auch im Rahmen der vom Bund und den Ländern initiierten Exzellenzinitiative als eine „der Spitzenuniversitäten“ gefördert.

Professor Rüdiger: „Konstanz und die Universität, das ist eine vitale Partnerschaft!“

Stephan Schmutz: „Heute habe ich das Vergnügen mit zwei Gästen gehabt, die wirklich miteinander können. Ja gibt es denn gar nichts, wo der eine oder der andere am liebsten Mal die Faust in der Hosentasche ballen würde? Darum frage ich mal anders herum: Was würden Sie jeweils als Erstes machen, wenn Sie einmal für vier Wochen den Stuhl des anderen einnehmen könnten?“ - Der OB: „Oh je, der Professor ist Physiker...“ - Der Rektor rutscht schon aufgeregt auf seinem Stuhl hin und her: „ Jaja, der Herr Oberbürgermeister weiß ganz genau, was jetzt kommt. Ich würde zu allererst den Bebauungsplan für die Universität verändern!“

Autor: Giselher Sommer


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