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50 Jahre KWA Kuratorium Wohnen im Alter
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Haus-Jubiläum: 20 Jahre KWA Albstift Aalen

Beim Festakt zum 20-jährigen Bestehen des Albstifts nannte Hausleiter Manfred Zwick als Erfolgsfaktoren: Engagierte Mitarbeiter und Ehrenamtliche, Genesungsurlaub, Sturzprävention, Urlaub für pflegende Angehörige, Sinnesgarten und sanfte Küche für Menschen mit Demenz, sowie Kooperationen mit Zeiss und mit der Hochschule Aalen.

Aalen / Unterhaching, 3. Juli 2015. – Zum Festakt im KWA Albstift Aalen anlässlich des 20-jährigen Bestehens konnte Stiftsdirektor Manfred Zwick honorige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens begrüßen, unter anderem den Landrat des Ostalbkreises Klaus Pavel sowie den Bürgermeister der Stadt Aalen Wolf-Dietrich Fehrenbacher. Vom Träger des Hauses, KWA Kuratorium im Alter, waren die beiden Vorstände Horst Schmieder und Dr. Stefan Arend aus München angereist, sowie Hermann Beckmann – er hat vor gut zwanzig Jahren als damaliger KWA Vorstand den Bau des Albstifts verantwortet. Unter den Gästen auch Ulrich Pfeifle, Oberbürgermeister der Stadt Aalen zur Zeit des Hausbaus. Zwick dankte ihm ausdrücklich für seine zuverlässige Unterstützung zum Start. Dem schloss er einen Dank an sein Team an: „Ohne engagierte Mitarbeiter und Ehrenamtliche wären wir nicht da, wo wir heute stehen."

Zur erfolgreichen Entwicklung des Albstifts trugen bei: Pilotprojekte zu Genesungsurlaub, Sturzprävention und Urlaub für pflegende Angehörige

Am 1. Juli 1995 wurde das Albstift eingeweiht, kurz nach der Einführung der Pflegeversicherung. Da gab es laut Zwick viel neu zu bedenken, neue Dienstleistungen mussten integriert werden. Doch die Resonanz auf das Haus und seine Angebote war zunächst nicht groß. „50 Prozent der Bewohner waren nicht aus der Region und die Belegung war verhältnismäßig niedrig“, so Zwick.

Doch eine neue strategische Planung vom Jahr 2002 habe Wirkung gezeigt: Das Projekt Genesungsurlaub war sehr erfolgreich, auch ein mit der AOK im Jahr 2004 gestartetes Sturzpräventionsprogramm erwies sich schnell als Erfolgsmodell. „Und ein Pilotprojekt zu Urlaub für pflegende Angehörige, damals in Kooperation mit der GEK eingeführt, hat Menschen aus ganz Deutschland ins Albstift geführt“, führte Zwick weiter aus. Da sei man Vorreiter gewesen.

Auf die spezielle Zubereitung von Speisen für Menschen mit Schluckstörungen gibt es bundesweit Resonanz

Als weiteren wichtigen Baustein für das heute so erfolgreiche Haus nannte der Hausleiter die Küche des Albstifts: Nicht nur die Stiftsbewohner, sondern auch 20 bis 25 Kinder der benachbarten Grundschule bekommen ihr Mittagessen aus der Stiftsküche. Darüber hinaus werden täglich etwa 200 Mittagsmenüs ausgeliefert, unter den Abnehmern sind auch Unternehmen. Das Feedback sei durchwegs positiv. „Und mit der Entwicklung von Rezepten für Menschen mit Schluckstörungen haben Küchenleiter Georg Tragenkranz und sein Team ein weiteres wegweisendes Projekt auf den Weg gebracht. Das Rezeptbuch Sanfte Küche hat bundesweit ein Echo ausgelöst“, berichtete Zwick weiter.

Meilensteine in der jüngeren Albstift-Geschichte: ein Sinnesgarten für Menschen mit Demenz und Kooperationen mit Zeiss sowie mit der Hochschule Aalen

Als Meilensteine für die Weiterentwicklung des Albstifts nannte Zwick: den Bau eines Sinnesgartens für Menschen mit Demenz nach einem Schweizer Vorbild; die Kooperation mit der Carl Zeiss AG in Bezug auf Präventionsprogrammen für Mitarbeiter von Zeiss; die Kooperation mit der Hochschule Aalen bei verschiedenen Projekten – aktuell in Planung ist ein Generationenführungsmodell. „Die Mitarbeitergewinnung wird aufgrund der demografischen Entwicklung zunehmend schwieriger. Deshalb braucht man ein anderes Modell, um junge Menschen zu erreichen“, so Zwick. Derzeit gibt es im Albstift 12 Auszubildende. Der Hausleiter möchte die Zahl auf 18 steigern.

Krankenkassen interessieren sich nicht für Kosteneinsparung: Heimarztmodell des Albstifts nun bei Bundesminister Hermann Gröhe

Kritisch äußerte sich Zwick in Bezug auf das Desinteresse von Krankenkassen an einem Heimarztmodell, das im Albstift im Rahmen einer Masterarbeit entwickelte wurde – auf Basis der Analyse von Krankenhauseinweisungen, wobei man mit dem Ostalbklinikum zusammengearbeitet hat. Desinteresse, einen entsprechenden Vertrag abzuschließen, obwohl ein großes Kosteneinsparpotenzial damit verbunden sei – allein beim Albstift handele es sich um 90 000 Euro, die die Kassen jährlich einsparen könnten. Doch der Stiftsdirektor hat das Heimarztmodell inzwischen an politische Entscheidungsträger weitergereicht: an die parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz und an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Landrat Klaus Pavel: Die Qualifizierung für die besonderen Bedürfnisse von Hochbetagten wird auf uns zukommen

Landrat Klaus Pavel gratulierte dem Albstift zum Jubiläum mit einem Grußwort. In den vergangenen 20 Jahren habe sich im Bereich der Altenpflege- und Altenhilfeeinrichtungen im Ostalbkreis unglaublich viel verändert. „Das Kuratorium Wohnen im Alter hat die eindrucksvolle, fulminante Entwicklung in den vergangenen Jahren tatkräftig mitgestaltet.“ Die Zahl der Pflegeplätze im Landkreis habe sich in diesem Zeitraum nahezu verdoppelt und man wisse heute schon, dass man bis zum Jahr 2020 weitere 500 Plätze benötige. Der Ostalbkreis verfüge jedoch über eine gut ausgebaute Pflege- und Betreuungsinfrastruktur.

Für die kommenden Jahre prognostizierte Pavel ein verstärktes Eindringen von ambulanten Diensten in stationäre Einrichtungen, mehr Flexibilität und Effizienz sowie durchlässige Versorgungsstrukturen. „Die Entlastung pflegender Angehöriger wird in den Mittelpunkt rücken. Und die Qualifizierung für die besonderen Bedürfnisse Hochbetagter wird auf uns zukommen“, so der Landrat. Im Kreistag hat man ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept auf den Weg gebracht, weil es nicht mehr ausreiche, Altenhilfepläne zu erstellen. Alte Menschen wollen auch im Alter so leben, wie sie es ihr Leben lang gewohnt waren. Von KWA wünscht er sich auch weiterhin Impulse, die auf Erfahrungen in den Häusern gründen.

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