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50 Jahre KWA Kuratorium Wohnen im Alter
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30. Talk-Gast von Monique Würtz in der Rosenau: Dr. Stefan Arend

Das im KWA Parkstift Rosenau fest etablierte Veranstaltungsformat lockte auch zum Jubiläum viele Bewohner und Gäste. – Der KWA Vorstand gab Antwort auf Fragen zu seinem beruflichen Werdegang, zu Entwicklungen in der Senioren- und Pflegebranche, zur Ausrichtung von KWA, sowie zu persönlichen Überzeugungen. – Fotos vom Talk: Beate Steg-Bayer

Konstanz, 18. Juni 2015. – „Ich bin stolz auf das, was sich hier in der Rosenau entwickelt hat, mit Monique Würtz und Marina Gernard. Dass die Idee geboren wurde, eine Plattform zu schaffen, wo sich Menschen begegnen können, um die Rosenau hier in Konstanz öffentlich zu machen", bekennt der Stiftsdirektor des KWA Parkstifts Rosenau Herbert Schlecht in seiner Begrü8ungsrede zum Talk-Jubiläum. Den beiden ist tatsächlich etwas gelungen, was Seinesgleichen sucht. 

Die als Wirtschaftsjournalistin und Publizistin in der Bodenseeregion bekannte Moderatorin und die mit ihr befreundete Kundenbetreuerin der Rosenau konnten bis dato dreißig interessante Persönlichkeiten für den Talk gewinnen. Menschen, die in der Öffentlichkeit wirken und die jeder in der Region kennt. „Menschen aus der Kunst, aus der Kulturszene, aus der Wirtschaft, aus der Industrie, der Politik und der Wissenschaft", beschreibt der Stiftsdirektor das breite Spektrum. Doch auch das Publikum nimmt er in den Fokus und stellt fest: „Viele kommen mir bekannt vor." – Stammgäste des Talks.

Würtz und  Arend sitzen einander vis-a-vis, auf der großen Bühne im Veranstaltungssaal des Wohnstifts, sehr aufrecht, sichtlich aufeinander gespannt. Die Moderatorin steigt ein: „Ich erinnere mich an einen Talk, da waren Sie hier im Haus zu Besuch. Da haben wir uns gezofft." – Gezofft? Nicht nur das Publikum ist verblüfft, sondern auch der Talk-Gast. Doch Würtz klärt auf: Sie hatte sich beim Talk mit Christoph Nix über Kassel, Kunst und die Documenta unterhalten, sich dabei etwas despektierlich über die nordhessische Metropole geäußert und den im Publikum sitzenden Arend damit provoziert. Er ist nämlich in Kassel aufgewachsen. – Doch der „Zoff" sei gut ausgegangen. 

Mit Geschichtsstudium und Doktorwürde in Germanistik vom Journalismus in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Nach der Schulzeit in Kassel, Bundeswehr und Studium in Marburg an der Lahn, ist Arend nach Fulda gegangen. Auf eine „sehr intensive Phase im Journalismus" folgte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für ein Sozialunternehmen mit Wohnstiften und Pflegeeinrichtungen. So sei er in diesen Bereich gelangt, erst in Fulda und nun schon seit sieben Jahren in München bei Kuratorium Wohnen im Alter. „Dieser Aufgabe habe ich mich mit großem Herzblut verschrieben.“ 

Die Moderatorin weist darauf hin, dass der Gast nicht nur Historiker und promovierter Germanist ist, sondern auch ein Management-Studium abgeschlossen hat – und fragt Arend nach dem Grund. Der Gast spontan: „Ich bin unheimlich neugierig." Darauf die Moderatorin: „Wenn Journalisten nicht neugierig sind, dann taugen sie nicht für ihren Beruf.“ 

Arend beschreibt seine Anfänge als Journalist, als man noch Zeit hatte, über Ideen und Texte zu reden. Auch die Produktion sei eine andere gewesen. Er nennt Schreibmaschine, Tipp-Ex, Umbruch, Lichtsatz und Druckmaschine, Geräusche und Gerüche. Würtz ergänzt, teilt ganz offensichtlich die Leidenschaft zum Beruf, sagt, dass es ja mehr ist als nur das Berichten und Wiedergeben und Kommentieren. Und so sei der Werdegang des Gastes auch nachzuvollziehen. 

Nach Ausbildung und Managementstudium mit 30 bereits Geschäftsführung – seit 7 Jahren bei KWA

Arend ist relativ früh vom Journalismus in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gegangen. Anfangs der 90er Jahre sei es für ihn vor allem darum gegangen, das in Fulda und Hessen noch relativ unbekannte „Produkt" Wohnstift zu kommunizieren und klarzumachen, was diese Wohnform ausmacht. Im Jahr ´92 habe er dann auch schon Verantwortung übernommen, mit Geschäftsführung. Hunderte von Begegnungen mit Menschen prägten diese Zeit, Begegnungen mit Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern. „Was mich von Anfang an ungeheuer fasziniert hat, bei all der Kritik, mit der man sich auseinanderzusetzen hat, ist diese Fülle von Lebensgeschichten, die man sonst nur aus den Geschichtsbüchern kannte."

Würtz fragt, ob Arend zu Beginn seiner Tätigkeit Anfang der 90er Jahre ein festes Konzept gehabt habe, das es nur abzuarbeiten galt. Dazu der Gast: „Es gab kein festes Konzept und auch keine klar umrissenen Vorstellungen. Zusammen mit Mitarbeitern, Bewohnern und Angehörigen haben wir uns an das Produkt Wohnstift herangearbeitet." Allerdings habe er viele Beispiele vor Augen gehabt, wie es nicht werden sollte.

Jedes KWA Haus ist vom Standort geprägt – von den Menschen, der Kultur und der Sprache

Monique Würtz: „KWA hat ja Häuser in verschiedenen Regionen. Läuft das alles gleich oder ähnlich? Oder gibt es standortspezifische Unterschiede? Arends Antwort: „Jedes Haus ist anders. Weil es geprägt wird von den Menschen, die dort wohnen, die dort leben, die dort arbeiten." Jedes Haus sei auch geprägt von unterschiedlichen Kulturen, Landsmannschaften und Sprachen. Mit einem Augenzwinkern fügt er an: „Wir unterscheiden auch zwischen Häusern in Weinbaugebieten und Biergegenden. – Die Kultur ist radikal anders." – Das Publikum reagiert mit zustimmendem Schmunzeln. In ernstem Tonfall fährt Arend fort: „Dann ist es natürlich auch ein Unterschied, ob wir in einer Großstadt sind oder an einem eher kleinen, überschaubaren Standort." – Auch ein großer See präge natürlich die Menschen. „So haben wir bei KWA das gesamte pralle Leben Deutschlands.“ Wenn er beispielsweise Küchenleitern aus verschiedenen Häusern zuhöre, die miteinander in verschiedenen Dialekten über die Zubereitung von Speisen sprechen, gehe ihm das Herz und auch das Ohr auf. 

Würtz hält das Thema Küche für spannend. Das gemeinsame Essen am Tisch könne zum Mittelpunkt der Kommunikation werden. Dem pflichtet der KWA Vorstand bei: „Das ist ein ganz wichtiges Element in unseren Wohnstiften. Die Bedeutung von kulinarischen Genüssen, von gastronomischen Angeboten, von schöner Tischkultur ist ganz, ganz wichtig. Damit möchte KWA sich von anderen Einrichtungen unterscheiden, die das nicht im Portfolio haben." Anfangs habe man im Unternehmen darauf gesetzt, dass Bewohner das Essen in ihrem Appartement einnehmen. Doch das habe sich gewandelt, das Wohnstift habe sich weiterentwickelt. Mittlerweile gibt es auch das Angebot, in Gemeinschaft im Restaurant in Gemeinschaft zu speisen. So haben Bewohner die Wahl.

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