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„Wo es später funkelte und glänzte, ging es zunächst schmutzig zu.“

Bewohner des KWA Albstifts Aalen besuchen das Ott-Pausersche Silberwarenmuseum

Schwäbisch Gmünd, April 2015. – Bei herrlichem Frühlingswetter führte der monatliche Ausflug die Bewohnerinnen und Bewohner des KWA Albstifts Aalen ins Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik nach Schwäbisch Gmünd.

Die im Jahr 1820 von Nikolaus Ott eröffnete und bis in das Jahr 1979 von Emil Pauser sen. geführte Fabrik war lange Jahre das Herz der Gmünder Schmuckproduktion. Auf Bemühen einer Bürgerinitiative und der Stadt Schwäbisch Gmünd konnte die Fabrik 1984 erworben und als Industriemuseum hergerichtet werden. Seitdem veranschaulicht die Ausstellung unmittelbar und greifbar den Arbeitsalltag der Gmünder Gold- und Silberarbeiter in der Mitte des 19 Jahrhunderts.

Die anstrengenden und schmutzigen Tätigkeiten, die die Arbeiter unter schwersten Arbeitsbedingungen verrichten mussten, werden wirklichkeitsnah für die Besucher sichtbar, da die Arbeitsplätze so gestaltet sind, als wäre die Fabrik vor langer Zeit plötzlich verlassen worden. So liegen allerlei angefangene und halbfertige Werkstücke herum, Werkzeuge scheinen „eben" noch gebraucht worden zu sein, im Kontor stehen alte Auftragsbücher und selbst die Abfalleimer sind gefüllt mit Unrat.

Zudem wird die Fantasie durch die bildhaften Schilderungen der Führerin Annemarie Wiener angeregt und die Arbeitsschritte wie Guillochieren, Galvanisieren oder Gravieren werden fachkundig erläutert. Nebenbei wurde so deutlich, dass ein „gravierender“ Fehler schwerwiegende Konsequenzen nach sich zog. Auch der Wert der Arbeitsmaterialien lässt sich ermessen, wenn man erfährt, dass kein Arbeiter die Fabrik verlassen durfte ohne seine Kleidung gründlich auszuschlagen, damit sämtliche Gold- und Silberspäne in der Fabrik blieben. Darüber hinaus wurde regelmäßig der gesamte Holzfußboden entfernt und verbrannt. Die Edelmetallreste, die nach dem Feuer übrig blieben, waren so wertvoll, dass nach Abzug der Kosten für einen neuen Fußboden immer noch ein hübsches Sümmchen übrig blieb.

Nach Abschluss der Führung konnten in der Sonderausstellung Schmuckträume von Ebbe Weiss-Weingart, besondere Glanzstücke aus der Sammlung des Deutschen Goldschmiedehauses Hanau, bewundert werden.

Im Anschluss an die Besichtigung des Museums führte der Ausflug die Bewohnerinnen und Bewohner zur weithin sichtbaren Wallfahrtskirche Mariä Opferung mit der Wallfahrt zum heiligen Patrizius in Hohenstadt. Der 1711 fertiggestellte barocke Sakralbau sollte dem gewaltigen Andrang an Pilgern gerecht werden, die seit 1653 zum wundertätigen Gnadenbild des heiligen Patrizius kamen. Das Innere der Kirche fasziniert mit reichen Stuckverzierungen, dunklem Gestühl und farbigen Altarblättern, die bekannte Augsburger Maler im 18. Jahrhundert erstellt haben.

Zum Ausklang kehrten die Ausflügler im „Wilden Mann“ in Wasseralfingen ein und konnten die Eindrücke des Tages Revue passieren lassen. Dabei wurden die meisten von erfrischenden Getränken und leckeren Spargelgerichten begleitet.


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