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KWA Forum: Herzenssache Ehrenamt?

Ehrenamt und Engagement im KWA Parkstift St. Ulrich

Thomas Klie 

Bad Krozingen, 15. Juli 2014. – Das KWA Parkstift St. Ulrich, ein Ort gepflegter Wohnlichkeit, der Komfort und Sicherheit im Alter verspricht, setzt auf Ehrenamt und Engagement? Passt das zueinander? Passt das in die Zeit und zu den Erwartungen und Neigungen der Bewohnerinnen und Bewohner im Parkstift St. Ulrich in Bad Krozingen?

Eines gilt es vorweg klar zu stellen. Das ehrenamtliche und bürgerschaftliche Engagement von Bewohnerinnen und Bewohnern und Bürgerinnen und Bürgern dient nicht dazu, versprochene Dienstleistungen in Frage zu stellen, Leistungen der Pflege zu reduzieren. Im Gegenteil: Es geht darum, eine besondere Qualität des Zusammenlebens zu unterstützen.

Ehrenamt und Engagement sind unerlässlich für die individuelle Teilhabe am Leben der Gemeinschaft, für gesellschaftliche Integration, für wirtschaftliches Wachstum: Der Wirtschaftsstandort Deutschland lebt auch davon, dass die Gesellschaft zusammenhält und solidarisch miteinander ist. Ehrenamt und Engagement ist unerlässlich für ein lebendiges kulturelles Leben und für stabile demokratische Strukturen. So sieht es die Bundesregierung. So hat sie es der zweiten Engagementberichtskommission der Bundesregierung ins Aufgabenheft geschrieben.

Schön und gut könnte man sagen, was hat das mit einem Wohnstift für ältere Menschen zu tun? Ein gerontologischer Blick auf die Bedeutung des Engagements lässt darüber nachdenken, was ein gutes Leben im Alter ausmacht. Der sechste Altenbericht der Bundesregierung hat als maßgeblich für ein gutes Altern vier anthropologische Orientierungen formuliert:

–  Die Selbstständigkeit des Menschen, für die er präventiv viel tun kann,
die Selbstverantwortlichkeit, die einen Blick in die Zukunft, das was uns erwartet, nahelegt,
–  die Mitverantwortlichkeit, die daran erinnert, dass sich das Lebensglück nicht in Selbstbezogenheit, sondern immer auch auf den anderen und die Gesellschaft bezieht und
–  die Akzeptanz von der Abhängigkeit, ein schwieriges Kapitel, das gerade mit dem hohen Alter verbunden ist.

Die Betonung der Bedeutung des Engagements reflektiert die vier Leitbilder: Engagement hält selbstständig, im Engagement drückt sich auch die Verantwortung für den Sinn des Lebens und die Verbundenheit mit anderen Menschen aus. Im Engagement zeigen wir mitverantwortliches Handeln und akzeptieren durch solidarisches Hilfehandeln die Abhängigkeit anderer Menschen von uns, aber auch die eigene von anderen.

Engagement dient überdies – dem Leitbild „Aktiv im Alter“ folgend – dazu, negative Altersbilder zu überwinden: Die Gesellschaft braucht die Älteren: ihre Kompetenzen, ihre Erfahrungen, ihre Zeit. Es geht im Kern des Engagements von Älteren nicht darum, das herauszustellen, was man noch kann, sondern das, was nur ältere Menschen können. Engagement betont die Bedeutung sozialer Netzwerke, die für die fernere Lebenserwartung wichtiger sind als manche medizinische Vorsorgemaßnahmen. Im Engagement drückt sich aus, dass uns andere bedeutsam sind und wir anderen: ein wichtiger Baustein für die seelische Gesundheit. Man lernt durch Engagement und kann neue Rollen ausfüllen: Das gilt für Jüngere, wie für Ältere. Alter, insbesondere das hohe Alter jongliert dabei zwischen dem verdienten Ruhestand, den es nicht zu diskreditieren gilt, und dem Leitbild des aktiven Alters.

Wenn wir über bürgerschaftliches Engagement im Kuratorium Wohnen im Alter reden, können wir auf ein Verständnis zurückgreifen, das im Rahmenkonzept von KWA formuliert wurde: Bürgerschaftliches Engagement ist eine wichtige, sinnstiftende Aktivität in jedem Lebensalter. Für junge Menschen vermittelt es soziale Kompetenzen und lässt Gesellschaft als eine mit zu gestaltende erleben. Bürgerschaftliches Engagement als Altersaktivität lässt die Potenziale des Alters sichtbar werden, Kompetenzen erwerben und Leben, sowie Teilhabe sichern. Bürgerschaftliches Engagement ist auch Ausdruck mitverantwortlichen Lebens.

In seinem Rahmenkonzept integriert KWA vier Säulen der Förderung des Engagements in seinem Unternehmen: Bürgerschaftliches Engagement bei KWA ist ein integraler Bestandteil der konzeptionellen Ausrichtung aller Stifte. Bürgerschaftliches Engagement bei KWA kennt den Stiftsbewohner sowohl als Engagierten als auch Nutznießer des Engagements seiner Mitbürgerinnen und -bürger. Es dient  der Verankerung der KWA Stifte im jeweiligen Gemeinwesen und trägt dazu bei, das Stift und seine Bewohner als Teil der Bürgerschaft erlebbar zu machen. Die KWA Stifte bringen ihr eigenes unternehmerisches  Engagement mit ihren Kernkompetenzen für den Ort ein, in dem sie gelegen sind. Und: Zur Personalarbeit von KWA gehört auch die Stärkung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in ihrem jeweiligen bürgerschaftlichen Engagement.

Die vier Säulen im Rahmenkonzept von KWA waren Gegenstand einer halbjährigen Studie, die von Studierenden der Evangelischen Hochschule in Freiburg durchgeführt wurde.

Zu allen vier Säulen des Engagements wurden Befragungen durchgeführt, Ideen gesammelt: Das KWA Parkstift St. Ulrich war die Piloteinrichtung, in der das Rahmenkonzept getestet werden sollte. Das lässt sich vorab festhalten: Es ist resonanzfähig, sowohl in der Mitarbeiterschaft als auch in der Bürgerschaft von Bad Krozingen und vor allem – und das ist das Wichtigste: bei den Bewohnerinnen und Bewohnern. 


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