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Talk in der Rosenau: Monique Würtz im Gespräch mit Petra Pollini

Die Geschäftsführerin der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) ist die erste Frau an der Spitze eines Konstanzer Schifffahrtsunternehmens.

Konstanz, 18. Juni 2014 – Petra Pollini? – Ja, gehört haben sie alle im Saal schon von ihr. Von der neuen Chefin der  Konstanzer Bodensee-Schiffe, der „Weißen Flotte“. Aber ihr schon mal persönlich begegnet? – Grund genug, um heute hier zu sein.  – Und schon kommt sie herein, noch ein wenig außer Atem; sie sei gerade von einem Termin in der Schweiz zurückgekehrt und entschuldigt sich. 

Herbert Schlecht, Stiftsdirektor im Parkstift begrüßt Petra Pollini auf der Bühne und strahlt: Dass sie, die Touristik-Expertin – und auch ein echtes Markdorfer Mädchen – nach Abitur und kaufmännischer Lehre, abgeschlossenem Touristik-Studium, und beruflichen Stationen in der internationalen Seeschifffahrt, im Bereich Flußkreuzfahrten, und einigen weiteren Touristikunternehmen  schon sehr früh Führungsverantwortung übernommen habe und jetzt  ihre  Karriere „daheim am Bodensee“ weiterführen möchte, das mache sie zu einem  besonderen Gast, „ der uns mit Sicherheit heute Abend viel zu erzählen hat“. 

Und  Herbert Schlecht berichtet von der eigenen Zeit als Schulbub am See, wo auch er mal „erste seemännische Erfahrungen“  sammeln wollte mit den Freunden:  auf selbst gebastelten Flößen aus altem Treibholz, später beim Paddeln im Kajak und schließlich beim Segeln auf dem See. „Und Sie, liebe Frau Pollini, kommen zurück an unseren See und trauen sich gleich das Kommando über eine ganzen Flotte mit zwölf Schiffen zu!“ – Moderatorin Monique Würtz lacht, nimmt ihr Mikrophon auf und bringt – ganz Profi – das Thema auf den Punkt: „Petra, du hast Mut! Und das hat auch sehr viel mit Kompetenz und Stehvermögen zu tun! Nach fast einhundertneunzig Jahren Bodenseeschifffahrt bist du die erste Frau an der Spitze eines Konstanzer Unternehmens, in dem bisher immer nur Männer das Sagen hatten!“

Erlebnis Bodensee beginnt auf den Schiffen

Pollini denkt kurz nach, ehe sie antwortet: „Ich sehe  meine neue Funktion als Sprecherin der Geschäftsführung  unserer BSB  eher als Herausforderung für mich, unsere fast zweihundert Mitarbeiter und die Kapitäne unserer Flotte!“  Leider, was eigentlich gar nicht berechtigt sei, hafte am Image der BSB immer noch  ein wenig der Staub von Behäbigkeit, Gemütlichkeit. Das habe mit der längst vergangenen Zeit als ehemalige Tochter der Bahn zu tun, die inzwischen ja auch mit ihren Hightech-Zügen die großen Bahnhöfe Deutschlands verbinde und Reisen zum Erlebnis machen wolle.

Die Schiffe der BSB seien Teil des Lebens und  der Kultur und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor am See. Die Menschen der Region wie auch die, die an den See als Gäste kommen, seien heute mobil, aktiv und sehr viel besser informiert als früher. Was ihnen allen gemeinsam sei, sei der Wunsch, das was der See und seine Regionen an Vielfalt zu bieten haben, zu erleben. – Hier liege die Herausforderung  für  Schiffe, Mitarbeiter und  Geschäftsleitung: Das Erleben der Sehenswürdigkeiten, der Feste und Veranstaltungen rund um den See dürfe  nicht erst am Ziel, den Landestegen der Schiffe beginnen. „Wir möchten das Erleben, das Erlebnis  schon auf den Schiffen beginnen lassen.“ Ihr Ziel sei, neue Dienstleistungsprodukte zu entwickeln, attraktive Partner aus der Gastronomie an Bord zu holen, modernes Entertainment – Musik und Unterhaltung – und sich auch an Land mit großen, leistungsfähigen Partnern zu vernetzen, wie etwa der Mainau oder den Bregenzer Festspielen.

Aus Alt mach Neu …

Nicht nur Urlauber während der Urlaubszeit möchte Pollini an Bord holen, sondern „mit neuen Produkten auch die Zielgruppen, die am See wohnen, für die Erlebniswelt Bodenseeschifffahrt wieder oder neu  gewinnen.“ Die Region Bodensee sei eine Hightech-Region mit vielen international vernetzten Unternehmen: Darum wolle man auch Firmen mehr Appetit machen auf die Produkte des Dienstleisters BSB, so wie mit der im Bregenzer Hafen  liegenden Sonnenkönigin, die mit ihrem bestechenden  Ambiente keine Wünsche offen lasse, auch große und sehr große Festlichkeiten sind dort problemlos möglich.

„Kulinarische Highlights von Spritzenköchen an Bord unserer Schiffe zubereitet und bei toller Live-Musik und Candlelight serviert, können bei Fahrten auf dem See auch in der dunklen Jahreszeit  zum echten „Erlebnis-Knüller“ werden und neuen Bedarf erschließen. So setzt Pollini im Gespräch ihre Akzente auf die Zukunftschancen am See, wo man auch mit den Schweizer Schiffen eng zusammenarbeite und noch sehr viel enger mit den Schiffen aus Bregenz. Das Potential des Sees bleibe auch in Zukunft so groß, dass kleine Nischenanbieter auf dem See ihre Chancen haben. 

Pollini weiter: „Ich habe noch jede Menge neuer Ideen im Gepäck, das müssen wir in der BSB aber gemeinsam weiter diskutieren.“ – Dann ruft sie in den Saal: „Kommen Sie doch demnächst auch mal zu einem Musikfrühstück mit Freunden und Familie auf unser neuestes Schiff, die Überlingen, die wartet schon auf Sie!“ Monique hatte im Vorfeld fleißig recherchiert und viele Fragen mitgebracht, die der Gast  alle „tapfer abarbeitete“: „Warum tuten die Schiffe bei der Einfahrt in den Konstanzer Hafen immer so heftig? – Gibt es Pläne, die „Alte Möwe“ im Konstanzer Hafen irgendwann zu restaurieren? – Welche Rolle spielen Umwelt- und Denkmalschutz für die Schiffe auf dem See? – Gibt es Landegebühren in den Häfen für fremde Schiffe und Boote, gibt es auch schon weibliche Kapitäne auf den Brücken eurer Schiffe?“ – „Kapitäne? Nein. Aber eine Dame arbeitet bei uns als Steuerfrau!“, betont Pollini.

Die Chefin der Weißen Flotte blieb nach der Veranstaltung im Kreis der Gäste noch „auf ein Glas Wein“. Da fragte jemand, ob sie denn gar keine Angst habe. Ihre Antwort: „Natürlich. Vor allem im Urlaub beim Schwimmen in tropischen Gewässern, vor den Haifischen.“

Gastbeitrag von Giselher Sommer

Informationen über das Unternehmen und die Angebote von Bodensee-Schiffsbetriebe finden Sie unter www.bsb.de.
 


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