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Talk in der Rosenau: mit dem Intendanten des Konstanzer Stadttheaters Christoph Nix

Monique Würtz sprach mit Prof. Dr. Christoph Nix über seine Arbeit als Intendant – und über sein Projekt in Afrika

Konstanz, 16. April 2014. – So manch Interessantes konnten die zahlreichen Zuhörer des Talks in der Rosenau beim Gespräch von Monique Würtz mit dem Intendanten des Konstanzer Stadttheaters Prof. Dr. Christoph Nix erfahren: So zum Beispiel, dass das Konstanzer Stadttheater das älteste in Europa ist und seit dem 16. Jahrhundert durchgängig bespielt wird. 

Umso mehr zeigte sich Intendant Nix darüber verwundert, dass weder baden-württembergische Minister noch Kulturverantwortliche die Konstanzer Bühne besuchen. Das Theater werde mit beschämenden 18 Euro pro Besucher gefördert, während andere Einrichtungen 80 Euro Zuschuss pro Sitzplatz bekommen. Dies habe zur Folge, dass die technische Ausstattung des Konstanzer Theaters nicht mehr zeitgemäß sei: Es gibt weder ein Lager noch eine Hinterbühne, an eine Drehbühne sei gar nicht zu denken. Gerade einmal sieben Techniker stehen dem Intendanten zur Verfügung – und ein einziger Schreiner. Ein Hausmeister, der sich beispielsweise auch um die Sicherheit kümmern könnte? Fehlanzeige!

Christoph Nix machte keinen Hehl aus seinem Unverständnis und beklagte, dass er immer wieder von der Politik alleine gelassen werde, auch hier in Konstanz. Es werde nicht anerkannt, dass es sich bei den Ausgaben fürs Theater auch um Ausgaben für Bildung und Integration handelt.

Der Intendant setzt sich ein für "sein" Theater 

Im Gespräch mit Moderatorin Monique Würtz wurde klar: Trotz all der Widrigkeiten bemüht sich Nix fürs Konstanzer Stadttheater um die Finanzierung zusätzlicher, dringend notwendiger Stellen – und für die Schauspieler um eine Verbesserung der kärglichen Gagen. Dass er auch noch gegen den Krankenstand kämpfen muss, bedeutet für den Intendanten oftmals zusätzliche Anstrengungen: Um Aufführungen sicherzustellen, muss gegebenenfalls in Windeseile Ersatz aktiviert werden. Derjenige wiederum muss sich den Text innerhalb kürzester Zeit aneignen und ohne adäquate Probenarbeit einspringen. Der Intendant betonte aber auch, dass er stolz ist auf sein Theater: auf seine Mitarbeiter, die es immer wieder schafften, brillant zu spielen – und vom geringen Einkommen zu leben. 

Christoph Nix hat auch ein Projekt in Afrika 

Monique Würtz interessierte sich freilich noch für etwas ganz anderes: Dafür, wie es dazu kam, dass sich Nix in Afrika engagiert. Wie „es passiert“ ist, vermittelte der Talk-Gast in guter Theatermanier: Er rezitierte ein Telefonat, das der Auslöser gewesen sei. „Hamlet" habe angerufen – ein früherer Student von Nix – ihn gefragt, ob er mit nach Afrika komme: zu einem Projekt einer sozialen Einrichtung in Uganda. Es werde noch ein Wissenschaftler gebraucht, „der nix kostet“. Da Nix Jurist ist, habe er gedacht, dass er nützlich sein könnte, und gesagt: „Ja, ich fahre mit, ich mache dort Theater.“ – Das war im Juli 2000. Nix‘ Vorhaben, dort ein Theater aufzubauen, ist aufgrund finanzieller Probleme zwar inzwischen gefährdet, doch er ist auch hier bemüht, eine Lösung zu finden. 

Für Nix' Theaterprojekt in Afrika spendeten Bewohner des KWA Parkstift Rosenau an diesem Abend 330 Euro. – Herzlichen Dank dafür im Namen der Nutznießer auf dem südlichen Kontinent.  

 


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