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50 Jahre KWA Kuratorium Wohnen im Alter
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Ins Schwarze getroffen

Die Preisverleihung des KWA Schülerliteraturwettbewerbs fand aufgrund der hohen Teilnehmerzahl im Festsaal des KWA Georg-Brauchle-Haus statt

München, 17.03.2014. Seit nunmehr sechs Jahren findet Mitte März die Preisverleihung des Schülerliteraturwettbewerbs von KWA Kuratorium Wohnen im Alter (KWA) im KWA Stift Brunneck statt. Doch dieses Mal musste Gisela Hüttis, Leiterin des Ottobrunner Wohnstifts und Initiatorin des Wettbewerbs, umdisponieren, denn mit dem Thema „Freundschaften“ hatte sie voll „ins Schwarze“ getroffen: 76 Schüler hatten seit dem Start im Oktober 2013 ihre Beiträge von Lyrik bis Prosa eingereicht. Mit Begleitung konnte also von rund 120 Gästen ausgegangen werden – und die hätten beim besten Willen keinen Platz im Café des KWA Stift Brunneck gefunden. So wurde die Preisverleihung kurzerhand in den Festsaal des KWA Georg-Brauche-Haus in München verlegt. 

„Einfach fulminant“, sagte Gisela Hüttis bei ihrer Begrüßung der 160 (!) Gäste, denn viele der Schüler waren mit ihren Eltern oder Großeltern gekommen. „Liebe Schüler, ihr seid der Wahnsinn! Ihr habt uns vor große Herausforderungen gestellt. Auch die Jury. Zum ersten Mal mussten wir drei dicke Pakete mit Beiträgen verschicken, denn es nahm bis zum Ein-sendeschluss gar kein Ende“, erzählte Hüttis und bedankte sich bei den Jurymitgliedern „mit einem richtig schlechten Gewissen“. Sie bedauerte sehr, dass Johanna Rumschöttel, Landrätin des Landkreises München, nicht wie geplant das Grußwort sprechen konnte. Als Schirmherrin begleitete Rumschöttel den KWA Schülerliteraturwettbewerb von Beginn an und hat in all den Jahren keine Preisverleihung versäumt. 

Die Vielzahl der guten Beiträge hatte die Jury dazu bewogen, nicht nur einen, sondern drei Preise zu vergeben, und zwar in den Kategorien „Unter 13 Jahre“, „Über 13 Jahre“ und „Lyrik“. Für ihre hervorragenden Arbeiten ausgezeichnet wurden Anam Cara Marr (12) vom Pestalozzi-Gymnasium in München, Franziska Unger (15) vom Gymnasium Ottobrunn und Ida Gerlach (14) vom Feodor-Lynen-Gymnasium in Planegg. Gerlach gewann – bereits zum zweiten Mal – in der Kategorie „Lyrik“. Die drei strahlenden Gewinnerinnen erhielten je 100,- Euro und eine Urkunde, alle anderen Teilnehmer konnten sich über einen Kino-Gutschein und eine Urkunde freuen.

Bei einem sehr feierlich gestalteten Nachmittag mit Musik des Vokalensembles des Gymnasiums Ottobrunn unter der Leitung von Matthias Müller wurden die Siegerarbeiten vorgestellt. Besonders beeindruckt hat der Chor mit seiner vokalen Version der Ouvertüre zu Figaros Hochzeit, gesungen in englischer Sprache. Ohne Zugabe ließen die Gäste die jungen Sänger am Ende der Veranstaltung daher nicht gehen.

Doch nun zu den Siegerbeiträgen: Die Laudatio auf die Arbeit von Anam Cara Marr mit dem Titel „Briefe an eine Freundin ...“ hielt Jurymitglied Dr. Gabriele König, Geschäftsführerin der Kinder-Akademie Fulda. „Ich erwartete einen ganz normalen Briefwechsel zweier Freundinnen in der heutigen Zeit – und war mehr als überrascht ...“, sagte König. „Denn es handelte sich um einen fiktiven Briefwechsel aus dem Jahr 1940 zwischen einem 14-jährigen jüdischen Mädchen und ihrer Freundin Sophie, Tochter eines NS-Offiziers. Der jungen Autorin gelingt es auf beklemmende Weise, den Leser zu fesseln sowie die Angst vor dem Tod und die Gefühle der Verzweiflung, nicht helfen zu können, sehr authentisch rüberzubringen, zugleich aber von einer einzigartigen Freundschaft zu erzählen“, erläuterte König die Begründung der Jury. Für ihr junges Alter habe die Autorin außerdem eine große Sachkenntnis der damaligen Zeit. 

Die Laudatio auf den Text von Franziska Unger mit dem Titel „Kanonenorchester“ hielt KWA Vorstand Dr. Stefan Arend, der sich von der großen Resonanz, aber auch der Qualität der eingereichten Arbeit beeindruckt zeigte. Als er die Überschrift des Textes von Franziska Unger gelesen habe, habe er sich gefragt, wie diese wohl zum Thema „Freundschaften“ passen würde, sagte Arend. Der Text entführe den Leser in die aktuelle Thematik der kriegerischen Auseinandersetzungen, über die in den Medien täglich berichtet werde, sei es in Afghanistan, in Syrien oder wie aktuell in der Ukraine, erläuterte der KWA Vorstand. Zum Inhalt: Die Geschichte handelt von einem siebenjährigen Jungen, der im Krieg alles verloren hat, 13 Jahre später lernt er in der Ruinenstadt, in der er immer noch lebt, einen Soldaten kennen; es entwickelt sich eine intensive Beziehung zwischen den beiden. „Der Text rüttelt auf“, so Arend. „Vielleicht erinnern wir uns an ihn, wenn Flüchtlinge an die EU-Türe klopfen oder auch einfach nur, um an Freundschaften glauben zu können.“

Der ehemalige Leiter des Gymnasiums Grafing, Dr. Harald Parigger, inzwischen Direktor der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung und Jurymitglied der ersten Stunde, war leider verhindert, sodass Gisela Hüttis seine Laudatio auf das Gedicht „Freundschaft“ von Ida Gerlach verlas. Es sei nicht nur kunstfertig, sondern enthalte auch sehr schöne Bilder. Das Gedicht sei in einem „fast Heine’schen Ton“ geschrieben worden, begründete Parigger die Entscheidung der Jury. Auch sein Jury-Kollege Dr. Norbert Göttler, Filmregisseur, Publizist und Bezirksheimatpfleger, konnte bei der Preisverleihung leider nicht anwesend sein. 

Die prämierten Arbeiten sind im Menüpunkt Schülerliteraturwettbewerb zu finden, ein Bilderalbum auf der KWA Facebook-Seite.

 

Auch für das Schuljahr 2014/2015 ist wieder ein KWA Schülerliteraturwettbewerb geplant, das Thema wird nach den Sommerferien bekanntgegeben.


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