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"Wir müssen uns ändern, nicht die Dementen"

Ein-Personen-Theaterstück im KWA Hanns-Seidel-Haus zeigt, wie der Umgang mit Demenzkranken gelingen kann.

Ottobrunn, den 13.03.2012  Die Zahl der Demenzkranken wird in den nächsten Jahren stark ansteigen. Menschen mit diesem Krankheitsbild leben aber nicht nur in Pflegeheimen oder werden von der Familie betreut, sie leben auch alleine in ihren Wohnungen in unseren Gemeinden, versorgen sich selber – und das ist auch gut so“, sagt Ursula Cieslar Leiterin des KWA Hanns-Seidel-Haus. Damit dies aber auch in Zukunft funktionieren kann, ist es notwendig, dass sich die Menschen mit diesem Thema beschäftigen, und zwar nicht nur die Angehörigen oder Mitarbeiter der Pflege. „Der Umgang mit Demenzkranken ist ein gesellschaftliches Thema, das uns alle angeht“, so Cieslar. Doch wie kann man das lernen? Wichtig ist, möglichst viel über das Thema zu wissen. Um dazu beizutragen, hat die Stiftsdirektorin zu einem Theaterabend der besonderen Art in ihr Wohnstift eingeladen: Aufgeführt wurde das Ein-Personen-Stück „Die verlorene Tochter und die wiedergefundene Mutter“ mit Rosemarie Maier.  

Die Lehrerin für Pflegeberufe und Buchautorin zeigt in ihrem Stück auf sehr beeindruckende Weise, wie man mit Menschen umgehen sollte, die an Demenz erkrankt sind. Das Besondere daran: Sie gibt keine „guten Ratschläge“ und ermahnt auch nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern spielt selbst Erlebtes aus dem Praxisalltag nach. Da wird zum einen die Problematik zwischen der demenzkranken Anni Huber und ihrer Tochter thematisiert. Die Tochter, sie hat ihre eigenen Vorstellungen, was der Mutter guttut. Die Mutter aber kann mit diesen Vorstellungen nichts anfangen, fühlt sich unverstanden. Es kommt zu Konflikten. Im zweiten Akt lebt Anni Huber im Pflegeheim. Auch hier wollen die Schwestern „nur das Beste“ für die Demenzkranke. Wieder sind Konflikte vorprogrammiert, denn die Bewohnerin weiß einfach nicht, was die Schwestern von ihr wollen. Doch am Ende versteht eine der Pflegerinnen, worum es im Umgang mit Anni Huber und anderen Demenzkranken geht: „Wir müssen unser Verhalten ändern, denn die Kranken können es nicht mehr“, sieht sie ein. 

Ein Umdenken von uns allen wird in Zukunft notwendig sein. Denn die Einsicht der Pflegerin im Stück entspricht der Realität: „Nicht die Menschen, die an Demenz erkrankt sind, müssen sich ändern, damit sie unseren Ansprüchen und Vorstellungen entsprechen – wir müssen uns ändern. Wir müssen akzeptieren lernen, dass diese Menschen in einer anderen Welt leben, an der wir nur teilhaben können, wenn wir uns auf sie einlassen“, ist Cieslar überzeugt. 

Die Zuschauer im vollbesetzten Saal des KWA Hanns-Seidel-Haus waren ausnahmslos beeindruckt von der Aufführung und der besonderen Art, mit der Rosmarie Maier aufzeigte, wie der Umgang mit einem Menschen wie Anni Huber gelingen kann.


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